Bindemittel sind Formstoffe, die dazu dienen, lose Gießereisandpartikel zusammenzubinden und so in Formsand oder Kernsand umzuwandeln. Beim Mischen mit Sandkörnern überzieht das Bindemittel die Oberfläche jedes Korns und bildet einen Klebefilm, der dafür sorgt, dass die Körner aneinander haften. Dies verleiht den Sandformen und -kernen ausreichende Festigkeit, um Verformungen oder Brüche während der Handhabung, Montage und Gießvorgänge zu verhindern. Das Hauptmaterial, das in den Tonformen der alten chinesischen Gießereipraxis (historisch als „Taofan“ bezeichnet) verwendet wurde, war Ton, der über starke Bindungsfähigkeiten verfügt. Mit fortschreitender Technologie wurden erhebliche Mengen Sandkörner in diese Tonformen eingearbeitet; schließlich wurde Sand zum Hauptbestandteil, während Ton die Rolle des Bindemittels übernahm. Bis heute wird Ton häufig als Bindemittel verwendet. Anschließend entstanden verschiedene anorganische und organische Bindemittel-darunter Pflanzenöle, Kolophonium, Dextrin, Wasserglas und Kunstharze. Im Jahr 1943 erfand J. Croning aus Deutschland ein Verfahren zur Herstellung dünnschaliger Sandformen unter Verwendung von Phenolharz als Bindemittel.
Im Jahr 1947 nutzte L. Petrzela aus der Tschechoslowakei Wasserglas als Bindemittel für Formsand und führte Kohlendioxid (CO2) ein, um die Aushärtung herbeizuführen, wodurch Sandformen und -kerne hergestellt wurden. Die Anwendung dieser beiden Bindemittel eröffnete einen neuen Weg zur chemischen Härtung von Sandformen und -kernen. Bei der chemischen Härtung wird bestimmten organischen oder anorganischen Bindemitteln eine kleine Menge eines Härters zugesetzt; Durch physikalisch-chemische Wechselwirkungen zwischen diesen Komponenten kommt es zu einer schnellen Aushärtung der Sandformen und -kerne innerhalb kurzer Zeit. Mit chemisch gehärteten Sandformen hergestellte Gussteile weisen eine deutlich verbesserte Maßhaltigkeit, Oberflächenbeschaffenheit und Produktionseffizienz auf; Infolgedessen wurde diese Technologie schnell für eine breite Anwendung übernommen. Ab den späten 1950er Jahren wurden in Ländern auf der ganzen Welt nach und nach Furanharz-Bindemittel eingeführt; Mit dieser Methode konnten Kerne innerhalb von nur ein bis zwei Minuten vollständig ausgehärtet werden, wenn sie in einem beheizten Kernkasten geformt wurden.

